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Bericht der Versammlung des Schulverbands am 25.10.2022

Eine ungewöhnlich umfangreiche Tagesordnung erwartete die Versammlung des Schulverbands Parkstetten, bestehend aus Vertretern der Mitgliedsgemeinden Ascha, Mitterfels, Parkstetten und Steinach, an diesem Dienstag, 25.10.2022, bei ihrer Sitzung im Lehrerzimmer der Dr.-Johann-Stadler-Schule Parkstetten.

Rektor Helmut Haller berichtete zu Beginn der Sitzung vom aktuellen Schulgeschehen. Im Schuljahr 2022/23 besuchen nun 242 Schülerinnen und Schüler die Parkstettener Schule, 153 davon die Grund- und 89 die Mittelschule. Es konnte in diesem Jahr bereits ein deutlicher Anstieg der Zahlen bei den Schulanfängern verzeichnet werden, die Tendenz ist weiter steigend. Unter den Schülerinnen und Schülern befinden sich auch fünf aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche, die nach den Herbstferien in sogenannten von der Volkshochschule organisierten Brückenbauer-Kursen beim Erlernen des deutschen Grundwortschatzes unterstützt werden.

Pandemie und Kriegssituation haben auch an der Schule Parkstetten Spuren hinterlassen, sodass die sozialen Herausforderungen, mit denen die Schülerinnen und Schüler und ihre Familien konfrontiert werden, spürbar zunehmen und ein Intervenieren von den Lehrkräften alleine oftmals nicht mehr ausreichend ist. Deshalb wurde von der Schulleitung mit Unterstützung des Schulverbandsvorsitzenden beim örtlichen Jugendhilfeträger eine Planstelle für Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) beantragt. Dabei unterstützen und fördern Sozialpädagogen benachteiligte junge Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung, um deren Chancen auf Teilhabe und eine eigenverantwortliche sowie gemeinschaftsfähige Lebensgestaltung zu verbessern. Auch in schwierigen Familiensituationen stehen die JaS-Mitarbeiter als Ansprechpartner für Eltern zur Verfügung oder organisieren Projekte zu einschlägigen Themen wie etwa Mobbing. Eine Entscheidung über den Antrag wird im November erwartet.

Alle aktuellen Informationen können auch auf der Homepage www.schule-parkstetten.de nachgelesen werden, die sich seit einiger Zeit in einem neuen, zeitgemäßen Gewand zeigt und stetig überarbeitet wird. Derzeit befindet sich eine eigene Rubrik für die Offene Ganztagsschule im Aufbau.

Anschließend stellte sich Konrektorin Maria Gold, die seit diesem Schuljahr neue stellvertretende Schulleiterin an der Schule Parkstetten ist, der Schulverbandsversammlung vor. Die gebürtige Würzburgerin, die bereits Erfahrungen als stellvertretende Schulleiterin sammeln konnte, freut sich nach der Elternzeit und ihrem Umzug nach Niederbayern nun eine neue Herausforderung in Parkstetten meistern zu können.

Auch die Offene Ganztagsschule steht seit Beginn des Schuljahres unter einer neuen Leitung. Zukünftig werden Elisabeth Hollmer für die Mittelschule und Jennifer Egger für die Grundschule die Belange der Offenen Ganztagsschule koordinieren, um diese zukunftsfähig und modern weiterzuführen. Vorsitzender Panten hießt die drei Frauen im Namen der Schulverbandsversammlung herzlich Willkommen und freut sich auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Danach berichtet Panten darüber, dass der Beschluss der letzten Schulverbandsversammlung, den bestehenden öffentlich-rechtlichen Schulvertrag mit der Stadt Straubing aufzulösen, inzwischen vollzogen und der Vertrag zum Ende des laufenden Schuljahres gekündigt wurde. Dadurch wird die Stadt Straubing kraft Gesetzes zum Vertragsende für die im Mittelschulsprengel liegenden Stadtteile Hornstorf, Sossau und Unterzeitldorn wieder reguläres Mitglied des Schulverbands. Die Schulverbandsversammlung billigte darüber hinaus aus Gründen der Praktikabilität einen Vertragsentwurf für die Regelung der Beziehungen zwischen Schulverband und Stadt Straubing betreffend den Grundschulsprengel, da ansonsten ein gesonderter Grundschulverband bestehend aus der Gemeinde Parkstetten und der Stadt Straubing gebildet werden müsse.

Des Weiteren befassten sich die Schulverbandsräte mit der Kooperation zwischen der Schule Parkstetten und der Papst-Benedikt-Schule Straubing, Förderzentrum für körperliche und motorische Entwicklung. Seit einigen Jahren sind zwei Außenklassen der Papst-Benedikt-Schule in Parkstetten beheimatet, die dort mit der Mittelschule kooperieren und Inklusion leben. Vor dem Hintergrund begrenzter Raumkapazitäten, insbesondere im Hinblick auf den ab 2026 angekündigten stufenweisen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, wurde die Schulverbandsverwaltung beauftragt, einen Kooperationsvertrag mit der Katholischen Jugendfürsorge als Trägerin der Papst-Benedikt-Schule zu schließen, um eine langfristige Planbarkeit von Zusammenarbeit und Finanzierung zu schaffen.

Im Hinblick auf die Erzielung möglicher Benutzungsentgelte und angesichts der Umsatzsteuerpflichtigkeit von Kommunen ab dem kommenden Jahr bedürfen auch die bestehenden Verträge zwischen Schulverband und Gemeinde Parkstetten über die Besitzverhältnisse und Benutzung der Mehrzwecksporthalle dringender Überarbeitung. Die Schulverbandsversammlung stimmte zu, die Modalitäten von Betrieb und Kostenaufteilung unter dem Gesichtspunkt der sich geänderten Gegebenheiten neu zu bewerten und aufzusetzen und ermächtigte die Verwaltung, sich dazu fachliche Unterstützung, insbesondere eines Steuerberaters, einzuholen.

Auf Hinweis im Bericht der überörtlichen Rechnungsprüfung durch das Landratsamt Straubing-Bogen erließ die Schulverbandsversammlung im weiteren Verlauf sowohl eine Benutzungs- als auch eine Gebührensatzung für die Offene Ganztagsschule. Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler an Freitagen nach Schulschluss übersteigt das staatliche Ganztagsangebot und wird als rein kommunale Einrichtung geführt. Mit Erlass der Satzungen wurde der rechtliche Rahmen für den Betrieb fixiert. Für die Schülerinnen und Schüler, die die Offene Ganztagsschule besuchen, oder ihre Eltern ändert sich durch den Satzungserlass nichts.

Der Fachkräftemangel im Erziehungswesen ist bereits enorm und wird sich prognostisch in den nächsten Jahren mit Rückgang des Erwerbspotentials auch noch verstärken. Dies beobachten die Schulverbandsräte nicht nur in ihrer eigenen täglichen Praxis in den Kommunen, das ist auch das Ergebnis, das die überörtliche Bedarfsplanung des Landkreises zu Tage brachte. Umso erfreulicher ist es, dass es dem Schulverband gelungen ist, die kürzlich ausgeschriebenen zwei Stellen für die Offene Ganztagsschule gut nachzubesetzen. Mit der Tarifeinigung im Sommer wurde der Sozial- und Erziehungsdienst bereits bessergestellt, um für Berufseinsteiger an Attraktivität zu gewinnen. Da ohne geeignetes qualifiziertes Personal die offene Ganztagsschule und auch andere Tätigkeitsfelder im Schulverband wie das Gebäudemanagement aber nicht sach- und fachgerecht betrieben werden können, entschied die Schulverbandsversammlung, dass der Schulverbandsvorsitzende zukünftig vom Instrument einer übertariflichen Arbeitsmarktzulage Gebrauch machen darf, wenn dies unter Anlegung eines strengen Maßstabs zur Deckung des Personalbedarfs erforderlich ist. Dadurch wird die Verhandlungsposition des Schulverbands als Arbeitgeber auf dem hart umkämpften Fachkräftearbeitsmarkt gestärkt. Außerdem soll im Benehmen mit den Mitarbeitenden geklärt werden, ob die Einführung von sogenannten Entgelt-Anreizen einen Mehrwert bieten und zur Personalbindung beitragen könne.

Zum Schluss befasste sich die Versammlung noch mit den Finanzen des Schulverbands und nahm ohne Einwände Kenntnis von der Jahresrechnung 2021. Besonders zu betonen ist, dass der Schuldenstand im vergangenen Jahr von rund 1,3 Mio. auf 460.000 Euro gesenkt werden konnte, nachdem ein dafür abgeschlossener Bausparvertrag zuteilungsreif geworden war.

Schnell sein hieß es zuletzt für die Kommunen, die an der neu aufgelegten Vollausstattungsrunde, mit der die Fördergelder aus dem Sonderbudget Lehrerdienstgeräte aufgestockt werden, teilnehmen möchten, da die Antragfrist sehr kurz ist. In einer ersten Förderrunde beschaffte der Schulverband im Rahmen seines Digitalisierungskonzepts bereits für alle Lehrkräfte Endgeräte, obwohl lediglich neun davon bezuschusst wurden. Dank der Vollausstattungsrunde werden nun nachträglich auch noch die Geräte für die dreizehn weiteren Lehrkräfte mit je 1.000 Euro gefördert, der Antrag wurde von der Schulverbandsverwaltung bereits fristgerecht eingereicht. Dieses und auch das Förderprogramm zur IT-Administration werden in der Haushaltsplanung für das Jahr 2023 berücksichtigt. Darüber hinaus wurde unter anderem beschlossen, im neuen Haushaltsjahr Schulmöbeln für die Grund- und die Offene Ganztagsschule zu beschaffen und die Errichtung eines Vordachs am Schuleingang einzuplanen, da dort regelmäßig Nässeschäden auftreten. Auch stehen Reparaturen an der Heizungsanlage an und der überhitzte fensterlose Serverraum soll eine Kühlanlage bekommen. Rektor Haller bat zudem darum, die Sprechanlage der Schule zu erneuern, da die Videofunktion defekt ist, was ein Sicherheitsrisiko darstelle.

Im anschließenden nichtöffentlichen Teil genehmigte die Schulverbandsversammlung die Beschaffung von Notebooks für die Klassenzimmer und die Schulhausmeisterei sowie die Beauftragung einer Fachfirma mit der Durchführung der aus Sicherheitsgründen erforderlichen turnusmäßigen Überprüfung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel in der Schule. Des Weiteren wurden zusätzliche Schultische für die Grundschule benötigt und dem Abschluss eines Nutzungsvertrags für den Pausenverkauf zugestimmt.

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